Archiv der Kategorie 'Bullshit'

Auf ein Wort, Herr Professor!

Ich denke gerne und häufig an meine Zeit an der Universität zurück. Die mit Abstand skurilste akademische Lehrkraft war unser Mathematikprofessor Stephan Luckhaus im dritten und vierten Semester. Ich erinnere mich noch genau an seine erste Vorlesung. Es war früh um 7 Uhr, wir hatten die ganze Nacht gezecht und hingen völlig verstrahlt über den Holzpulten in einem muffigen Seminarraum. Professor Luckhaus betrat pünktlich den Raum, lief nach vorne, nahm ein Stück Kreide und schrieb diverse Formeln an die Tafel, die er im Folgenden 1,5 Stunden lang ausführlich erläuterte. Er zog weder seinen grünen Parka aus, noch stellte er sich vor oder gab gar einen Themenausblick. Seinen Namen erfuhr ich erst später durch Zufall im Internet. Kann auch sein, dass er sich erst in der zweiten oder dritten Vorlesung vorgestellt hat, aber die habe ich dann nicht mehr besucht.

Neulich tummelte ich mich aus Eigeninteresse seit langem mal wieder auf seiner überaus schmucken Homepage. Ich habe mir die von ihm betreuten Diplom- und Promotionsthemen näher angesehen. Insgesamt ist nichts dabei, was mir den Schlüpfer feucht werden lässt, aber einiges möchte ich hier trotzdem kurz kommentieren:


Bearbeitete Diplomthemen:

*Die Linearisierung des Stefan-Problems

Dringend notwendig. Ich meine, einer muss mal damit anfangen. Wie lange schlagen wir uns nun schon mit Stefan & Co. herum, ohne auch nur in die Nähe einer Lösungs-Invarianz im Hilbertraum zu gelangen, mit deren Hilfe wir 1-2-nicht-kohärente Systemstringenzen hätten asymptotisieren können? Genau, ganze 125 Jahre.

*Eine degenerierte parabolische Gleichung zur Modellierung der hydraulischen Wasserscheide

Ich sage: hydraulische Wasserscheiden sind fast immer degeneriert. Parabolisch hin oder her: wer bürgt mir dafür, dass uns hierbei nicht poröse 0-DIM-Drachenwurzeln über den Weg springen, die eine Lösung dieser 0-Signifikanz der Eulenzahlen multipliziert mit 10 hoch 21 Potenzbarometern verhindern? Niemand.

*unbeschränktes Wachstum für Hutchinson’s Gleichung

Von mir aus soll sie wachsen. Habe ich überhaupt nichts dagegen. Sie wächst nämlich gegen NULL. Meine Prognose.

*Ein Algorithmus zur Berechnung des Mumford Shah Funktionals

Der indische Numeriker Mumford Shah transformierte seinen Geist in eine Formel, die ALLES erklären sollte. Leider fehlt der Algorithmus. Ich glaube nicht, dass wir ihn in den nächsten 500 Jahren finden werden.

*Quadratische Kantenfilter

Auch bekannt als die sieben achteckigen Wurzelidiome. Kommt aufs Gleiche raus. Sisyphus-Arbeit für Wurzelficker und symplektische GeometriefrEaXxx.

*Ein Vergleich von Fletcher-Reeves- und Newton-Verfahren beim Damm Problem

Mein Damm ist hart. Beckenbodentraining sei Dank.

*Wasseraufnahme durch Wurzeln

Das Biothema. Zweimal wöchentlich „Blumen gießen“ beim Professor. Er mag kurze luftige Kleidchen und Stöckelschuhe.

*Konvergenz eines nichtisothermen Ising-Modells mit Kac-Potentialen

Die Kac-Potentiale beschäftigen mich nun schon seit der dritten Klasse und mittlerweile habe ich sie recht lieb gewonnen. Auch wenn noch nicht alle Fragen der intertemporalen Interdependenz im Zusammenhang mit hochfunktionalen Q-/gF-XX-00-Superstring-Alley-Räumen quer über 5 Ho-Dimensionen geklärt sind, kann eine Korrelation nicht-nicht-iso-nicht-isothermen Referenzmaterials völlig ausgeschlossen werden.

*Kristallisierung in Polymeren

Die süßen Polymere. Sehen so niedlich aus, aber sobald n-summierende Inhärenz-Konvektionen suspuliert ursupieren, projiziert sich alles auf nur drei hochenergetische Bosonen-Subsummierungen. Ende im Gelände.

*Die Modellierung der Produktionsplanung bei der FLORENA GmbH als Job-Shop-Problem und dessen Optimierung

Das Mädchenthema. Kosmetik. Bitte gehen Sie weiter.

*Disposition von Zügen im Falle von störungsbedingten Fahrplanabweichungen

Das Thema für den reichen Sohn. Was mit Eisenbahnen. Müssen wir hier glaube nicht näher drauf eingehen.



Bearbeitete Promotionsthemen:

*Das Dirichlet-Problem für skalare Erhaltungsgleichungen, Existenz rotierender Tropfen

Hier hat sich Prof. Luckhaus bei der letzten internationalen Mathematikkonferenz etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt. Er postulierte während der Tagung, dass tropfeninduzierte supraleitende Quantenchromografen versiert hinter allen Dirichlet-Problemen zurück stecken müssen. Heute weiß jeder Fünftklässler, das Hugo Dirichlet (so der volle Name des französischen Mathematikers) während der Ausarbeitung seiner Formeln unter Opium-Einfluss stand. Wie nah wollen wir der Wahrheit kommen?

*Anisotroper Mittlerer Krümmungsfluss

Manche Frauen kennen das Problem. Hierbei würde mich speziell interessieren, inwieweit Krümmungsoperatoren in Pseudo-Riemannschen Mannigfaltigkeiten mit äquivarianten Morse-Kohomologien korrespondieren.

*Nichtlineare Filter in der Bildrekonstruktion

Die Bearbeitung des Themas qualifiziert zur höheren Beamtenlaufbahn beim BKA. Wo ist meine Schäublone?

*Interflow in dünnen Bodenschichten

Nicht meine Baustelle.

*Das gekoppelte System Cahn-Allen und Navier-Stokes-Gleichung

Ich sollte mal wieder die Strokes hören.

*Ein Zwei-Porositäten-Modell für die Wasseraufnahme durch Pflanzen

Das Ein-Porositäten-Modell ist ja nun wirklich uralt und abgewetzt wie die Schenkelinnenseiten von Madame Roche aus Amsterdam. Und wir wissen nur zu gut, das probalistische Markovketten in nicht-stochastischen metrischen Räumen zu endlichen Indikatorfunktionen abgeleitet werden können. Die Holonomie affiner Zusammenhänge wäre also in diesem Fall obsolet.