Eine musikalische Reise durch das Jahr Zwotausendzehn. Präsentiert von Ihrem freundlichen Blogbetreiber

Knallerei und Sperrholzplatten an den Haltestellen? Es muss Jahresende sein! Zeit die Tür zu verbarrikadieren und bei einer lauwarmen Tasse Club Malte das Jahr Revue passieren zu lassen.

Platz 1
Two Door Cinema Club – „Tourist History“ (2010)

TDCC und ich – das war Liebe auf den ersten äh… Schall. Keine Platte habe ich öfter gehört. Außer vielleicht die neue Weez…hups hehe… kuckt mal schnell, da drüben, da schiebt sich einer ’nen Blitzknaller in die Nase! Peng. TDCC sind mit ihrem gelungenem Debüt flott-poppig auf der Straße des Ruhms unterwegs und meiner sehr bescheidenen Meinung nach dürften sie dort noch lange bleiben. Frei nach dem Motto: „Something good can work“.


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Platz 2
Pantha du Prince – „Black Noise“ (2010)

Es perlt und klingelt und zischelt und raspelt. Perfekte Kaminmusik. Wo sind eigentlich Bodi Bill? Es erklingt Track Nr. 1: „Lay in a shimmer“. Aber vorher (das Wort wollte ich immer schon mal verwenden) schön einmummeln.


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Platz 3
Foals – „Total Live Forever“ (2010)

Ein klassischer Grower. Mein erster Höreindruck des Albums war nach der viel versprechenden Vorabsingle „Spanish Sahara“ alles andere als befriedigend. Sangen da die Fleet Foxes? Wo war das Knackige? Wo war das auf den Punkt gezimmerte 3-Minuten-Progpop-Liedchen? Irgendwie war mir das zu viel Gemache und Gesinge, alles mäanderte scheinbar unkonzentriert durch einen breiigen Nebel aus Unentschlossenheit. Nach ein paar Durchläufen jedoch wendete sich das Blatt und die Fohlen bekamen mich doch noch. Es gibt eine tolle Liveversion von „After Glow“ und passend dazu sagt Youtube-User BraveryFan420:

I shit my pants when I heard 3:33 , cannot believe how well they lock into that groove, so fucking awesome!

So plz prepare some diapers now:


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Platz 4
Caribou – „Swim“ (2010)

Klar, der muss hier mit rein. Gutfinderplatte des Jahres. Jedoch scheint mir der Mann eine extrem fette Beute des Wahnsinns zu sein. Oder wie sonst soll man sich das unfassbar plötzliche Ende von „Lalibela“ erklären? Als ob beim onanieren vorm Computer kurz vor Ende der Strom ausfällt. Irgendwie fies.


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Platz 5
Delphic – „Acolyte“ (2010)

Hach Delphic. Was haben wir zusammen geschmachtet letztes Jahr. Eine Platte komplett ohne Ausfälle. Wir sehen das wunderschöne arty-farty-Video zu „Doubt“.


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Platz 6
Ellen Allien & Apparat – „Orchestra of Bubbles“ (2006)

Techno-Mogul (gibt es eine weibliche Form von „Mogul“? Mogulin? Mogulöse? Mogula?) Ellen Allien und Shitkatapult-Gründer Apparat auf einer Platte? Das musste ich mir mal anhören und wurde nicht enttäuscht. „Way Out“.


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Platz 7
Good Shoes – „No Hope, No Future“ (2010)

Meiner Meinung nach unterschätzt. Hat mir viel Spaß gemacht und tut wirklich nicht weh.

In a city by the sea
A girl with black hair has only eyes for me
Drinking and dancing in flat 6c
A city by the sea seemed pretty shit to me


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Platz 8
Four Tet – „Rounds“ (2003)

Leider dieses Jahr erst entdeckt. Wundervoll, alles. Daraus nun „My Angel Rocks Back And Forth“.


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Platz 9
Arcade Fire – „The Suburbs“ (2010)

Hat leider nur für einen hinteren Platz gereicht. Wie immer leicht matschiger Sound und über die Bon-Jovi-Homage „City with no children“ wollen wir nicht weiter lästern. Das wissen die selber. Vertonte Vorstadthölle. Wir hören „The Suburbs“.


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Platz 10
Darwin Deez – „Darwin Deez“ (2010)

Nach Herr Fuchs und Frau Elsters „Der Riesenpilz“ sowie allen Shout Out Louds-Aufnahmen die Lieblingsplatte meiner Tochter. Wenn die Scheibe läuft muss ich immer wie Darwin tanzen. Ein zweifelhaftes Vergnügen, aber ich bin mittlerweile ganz gut. Wir hören „Radar Detector“.


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Platz 11
Health – „Disco2″ (2010)

Remixalbum. Nicht ganz so tanzbar wie es der Plattentitel andeutet. Wir hören „Before Tigers (Gold Panda Remix)“.


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Platz 12
Flying Lotus – „Cosmogramma“ (2010)

Mist, gleich ist Jahreswechsel und ich will diese verdammte Liste noch vor 0 Uhr fertig bekommen. Deswegen nur kurz: Wer sich mal so richig verwirren will, sollte „Cosmogramma“ kaufen. Sowas kann sich kein normaler Mensch ausdenken. Einer der eingängigeren Titel lautet „Zodiac Shit“.


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Platz 13
Wavves – „King of the Beach“ (2010)

Einfach mal so‘n bisschen brettern. Platz 1 für das hässlichste Plattencover des Jahres. Los gehts mit „Super Soaker“.


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Platz 14
Four Tet – „FACT Mix 182“ (2010)
daraus: Bob Holroyd – „African drug (Four Tet Remix)“

Schon wieder Four Tet. Oder auch nicht. Stellvertretend für die unzähligen DJ-Mixe, die ich mir im letzten Jahr rein zog, ein Auszug aus dem FACT Mix 182.


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Platz 15
Roberto y Gabriela – „11:11″ (2009)

Die beiden spielten früher zusammen in einer mexikanischen Trash-Metal-Band. Jawoll, Trash-Metal. Nach dem Stilwechsel schimmern hier und da immer noch ein paar schwere Riffs durch, die mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen wollten. Obwohl ich zur Zeit kein großer Fan von Akkustikmusik bin – das hier klopft einem die Hoden weich. Ab gehts mit „Hanuman“.


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Vielen Dank.


3 Antworten auf „Eine musikalische Reise durch das Jahr Zwotausendzehn. Präsentiert von Ihrem freundlichen Blogbetreiber“


  1. 1 besteckfach 31. Dezember 2010 um 23:17 Uhr

    feine auswahl. bin neulich erst wieder über satellite snyper von pantha du prince gestolpert. live langweilig, platte megalomanös. (und die darwin-deez-moves sind unbedingt auf video zu bannen!)

  2. 2 Herr Jensen 03. Januar 2011 um 14:06 Uhr

    >>live langweilig, platte megalomanös.

    Stimmt. Liegt aber teilweise auch am verwendeten Soundsystem. Letztes Jahr im Centraltheater z.b. hat es nur gebrummt, das war nich so dolle.

  3. 3 Schrankfuchs 20. Januar 2011 um 9:54 Uhr

    Was für eine interessante neu zu entdeckende Musik, danke, Herr J.!

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