Archiv für Oktober 2010

Zehntausendhundertzwanzig mehr als du denkst

Schwefelgelb – „Alle Sterne“

Tonträgerhü(ö)llenkunst

In Folge hier nicht näher auszuführenden Gründen muss ich auf eine nette Fotostrecke bei SPON hinweisen:

Wenn die beiden Brüder Martin und Andreas Brugger und ihr Bandkollege Manfred Höllwarth aus dem schönen Zillertal dort vor Fototapeten-Bergpanorama mit irr-entrücktem Blick vor sich hinstieren und ihnen der Coverdesigner vor lauter Heimatverbundenheit noch kopfgroße Enzianblüten und einen Geige spielenden Teddybären vor den Körper montiert hat, will man nämlich eigentlich nur noch eins: Weinen.

Genau so ist es. Und Patrick Lindner heißt mit Klarnamen eigentlich Friedrich Günther Raab. Wer hätte das gedacht.

Kurz durchatmen…sicherheitshalber nochmal…dann bitte hier klicken.

Sommerreise (III): Paris

Männer unter sich. Familiärer Ausflug, den es in dieser Konstellation wohl um 1996 das letzte Mal gab. Ein Traum (nicht meiner) wird wahr: Einmal mit dem TGV fahren. In Frankfurt fotografieren wir uns gegenseitig vorm Triebwagen. Ich ahne: Trainspotter sind Menschen, die ihren Trieb auf Wagen umleiten (har-har!). Der TGV ist innen etwas hutzlig, hat keine Steckdosen und fängt ab 280 beängstigend an zu schaukeln.

Wir wagen uns in die monströseste Touristenfalle Frankreichs: Versailles. Einzig Takashi Murakamis Skulpturen und die putzigen Asiatinnen mit ihren kleinen Fotoapparaten und den niedlichen Schühchen lassen mich diesen Auftrieb einigermaßen gut ertragen. Nach kurzer Zeit verschmelzen die Skulpturen, die Asiatinnen und das Schloss in dekorativer Debilität zu einer erstaunlich homogenen Einheit. Chapeau! Es empfiehlt sich, vor dem Besuch des Schlosses Sofia Coppolas hinreißenden Popschinken „Marie Antoinette“ anzuschauen.

Abends lesen wir auf Spiegel Online über Terroristen, die sich angeblich auf direktem Weg nach Paris befinden. Leicht paranoid kauern wir uns am nächsten Morgen in einen ICE 3MF Richtung Frankfurt. Der Zug beschleunigt auf 320 und ich frage mich, was mit uns passieren würde, wenn die Terroristen jetzt ein paar Kühe auf die Gleise schieben. Nach 45-minütiger erfolgloser Wiederbelebung eines Mannes mit Herzinfarkt und einem dadurch verursachten 1-stündigen Aufenthalt in einem Ort namens Landstuhl erreichen wir das unglaublich hässliche Mannheim. Der Rest der Reise verläuft ohne Zwischenfälle.

Wieder festgestellt: Mein Bruder ist einer der 5 besten Menschen die ich kenne.

The Hundred In The Hands – Commotion

Commotion – The Hundred in the Hands from DANIELS on Vimeo.

Sommerreise (II): Klein Quassow

Post-Fusion-Chillout in Klein Quassow. Völlig erschöpft vom vielen Tanzen ziehen wir uns in dieses Kleinod inmitten der Mecklenburger Seenplatte zurück. Der Ort ist mehr als übersichtlich, denn man kann ohne Probleme vom Ortseingangsschild zum Ortsausgangsschild spähen. Zwei Dinge irritieren sofort: Erstens die enorme Insektendichte tagsüber und zweitens die totale Ruhe nachts. Am ersten Abend klatsche ich mehrmals in meine Hände um eine plötzliche Taubheit auszuschließen.

Beim Tischtennis (diesmal ohne Aufbauprobleme) steht plötzlich Dackeldame Betty hinter mir und knurrt mich an. Auf meine halbgaren Vertreibungsversuche („Aus! Lauf weg!“) reagiert sie nicht, also entschließe ich mich zum Äußersten: Ich führe den Balztanz des Paradiesvogels auf. Völlig verschreckt sucht sie bellend das Weite. Hoffentlich wurde sie nicht traumatisiert, denn das täte mir sehr leid. Um mich im Dorf nicht unbeliebt zu machen habe ich bewusst auf den Gebrauch von Pfefferspray verzichtet.

Am letzten Tag trauen wir uns endlich, unseren Vermieter auf die Rinnsal produzierende Dusche anzusprechen („Hey Christian…wie soll ich sagen…deine Dusche ist Mist!“). Sofort wird die Nachbarschaft zusammen getrommelt und in der „Kanalisation“ nach der Ursache geforscht. Ergebnis: Fette Kröte im Zuflussrohr. Ich biete mein Pfefferspray an und ernte ziemlich verstörte Blicke. Wir verlassen den Ort unter lautem Triumphgekläffe.

Sommerreise (I): Saaleck

Mit der Liebsten und dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund im Saaletal. Am ersten Abend versuchen wir, die mit gebuchte Tischtennisplatte auseinander zu klappen. Nach endlosem Gezerre und Getrete steht mein Entschluss fest: Dieses Sportgerät muss brennen!

Ich besinne mich und hole doch lieber unsere Vermieterin die leider auch nicht weiter wusste („Wollen Sie wirklich jetzt noch spielen?“– „Ja! Nur wegen der Platte haben wir Ihr Haus gemietet!“). Sie holt ihren handwerklich versierten Schwager und der zieht einhändig an einem roten Hebel. Schmetterlingshaft und butterweich entfalten sich die grünen Platten. Nebenan blöken irgendwelche Schafe. Ich verliere 0:3.

Im Haus finden wir die Seebestattungsurkunde von Erich Maul sowie das Electronic Traumtelefon. Nachts möchte ich im Traum Erich Maul anrufen, aber am anderen Ende kommt nur Geblubber. Am nächsten Tag spazieren wir im Regen nach Himmelreich und beobachten vögelnde Schnecken im Gras. Klassischer Tantrasex.

Natürlich fragen wir, was denn die Oma für den einen Euro kochen würde. Klassischer Touristen-Nepp: Fettbemme.

Nimm dich in Acht vor Stimulanzien!