Archiv für März 2010

Spring Break

Morgen ist kalendarischer Frühlingsanfang und aus diesem Grund lasse ich hier und jetzt ein paar heiße Puppen tanzen.

Good Shoes – „Under Control“ (aus dem kurzweiligen Album „No Hope, No Future“)

Direktlink

Wir basteln uns einen UMTS-Verstärker

Heutiger Titel der Serie „Bastelei-Ei-Ei“: Wir bauen uns eine preiswerte UMTS-Verstärkerantenne. Bevor wir jedoch zur überaus kniffligen Bauanleitung kommen, muss ich noch kurz erwähnen, wer diese grandiose Idee hatte:

Mein Papa.

Seit neuestem Laptopbesitzer und UMTS-Funker. Leider im D2-Netz von Vodafone, und da, ähm…sagen wir mal, hackert es zu bestimmten Zeiten ganz gewaltig, vor Allem in ländlichen Gebieten. Das D1-Netz der Telekom, und dass weiß ich ebenfalls aus eigener Erfahrung, läuft zu 95% immer rund mit guter DSL-Geschwindigkeit. Was also tun?

Als erstes den höchsten Punkt im Haus finden. Das heißt konkret: im oberen Stockwerk steht am Fenster ein 2 Meter großer und nicht sehr breiter Schrank. Oben drauf steht ein UMTS-WLAN-Router mit eingestecktem UMTS-Stick, der genau in die Richtung einer Handy-Antenne funkt. Dahinter ein seltsames und irgendwie nach Raumschiff Orion aussehendes Gerät oder Buch. Ein Spiegel? Nein. Alu-Folie. Ein Alufolienreflektor, der ein paar der Handystrahlen auf das Empfangsgerät reflektiert.

Ergebnis: Bandbreitensteigerung um 200 – 500 Prozent.

Ich war anfangs sehr skeptisch, bis ich heute Nachmittag beschloss, mir ebenfalls so ein Ding zu bauen. Ruckzuck – Folie ab. Eins-Zwei: Bastelei-ei-ei! Ich denke, eine ausführliche Bauanleitung kann ich mir hier jetzt doch lieber sparen.

Ergebnis der Bastelei:

Sobald ich die Folie wieder entferne sinkt die Bandbreite rapide ab.

Verblüffende Scheiße.

Spanish Sahara

I‘m the fury in your head, I‘m the fury in your bed
I‘m the ghost in the back of your head

Da es draußen wieder schneit schnell noch einen Winterclip: Die von mir als ziemlich dufte empfundene Band Foals bringt am 10. Mai ihr neues Album raus („Total Life Forever“). Hier kommt die brilliante Vorabsingle „Spanish Sahara“. Meine Güte ist das schön.

FOALS // SPANISH SAHARA from dave ma on Vimeo.

Ralfs Dilemma



Früher Morgen.

Ralf saß in der Linie 19, die ihn wie immer pünktlich und zuverlässig seinem Arbeitsplatz zuführte. Er fühlte sich gut, denn er hatte wunderbar geschlafen und von atomar verwüsteten Städten und riesigen Sandkippern geträumt. Als Kind bezeichnete er diese Fahrzeuge als „Dumper“. Warum weiß er bis heute nicht.

Die Bahn hielt und plötzlich hörte er es stöckeln. Sie kam von links hinten, klapperte an ihm vorbei und platzierte sich schräg gegenüber auf einem Anderthalb-Sitz. Ralf starrte angestrengt geradeaus. Langsam nahm die Straßenbahn wieder Fahrt auf. Er registrierte, ohne sie direkt anzusehen, dass da eine Menge Rot an ihr war. Rotes Oberteil, roter Minirock, rote Pumps, rot lackierte Zehennägel. Sie hatte ihre drallen Beine übereinander geschlagen und wippte unendlich affektiert mit dem Fuß. Sie machte ihn nervös. Laut Plan (nämlich ihrem) sollte er jetzt hingucken. Er schaute zur anderen Seite aus dem Fenster. Immer schön cool bleiben, ein strebsamer Werktätiger wie er wird sich doch nicht von einer aufgetakelten Versicherungsvertreterinnenazubiene aus der Ruhe bringen lassen.

Nach 5 Minuten schaute er sie an. Ralf sah ihr direkt ins Gesicht. Sie war maximal 17 und sicher nicht auf dem Weg zur Schule. Er sah hinter ihrer nassforschen Gesichtsmaske drei Dinge: Unsicherheit, Traurigkeit und Angst. Sie schien stumm zu fragen: warum schaust du mich nicht an? Hätte sie ihn das wirklich gefragt, er hätte sich sofort bei ihr entschuldigt.

Die Bahn hielt und Ralf stieg aus. Er lief zu seinem Arbeitsplatz und reihte sich brav in die Wertschöpfungskette ein. Er dachte nochmal kurz an die 17-Jährige, dann arbeitete er seine 36 ungelesenen Emails ab.

Zum Mittag gab es Salzkartoffeln und Eier in Senfsoße.



Früher Morgen.

Ralf saß in der Linie 19, die ihn wie immer pünktlich und zuverlässig seinem Arbeitsplatz zuführte. Er fühlte sich gut, denn er hatte wunderbar geschlafen und von atomar verwüsteten Städten und riesigen Sandkippern geträumt. Als Kind bezeichnete er diese Fahrzeuge als „Dumper“. Warum weiß er bis heute nicht.

Die Bahn hielt und plötzlich hörte er es stöckeln. Sie kam von links hinten, klapperte an ihm vorbei und platzierte sich schräg gegenüber auf einem Anderthalb-Sitz. Ralf starrte angestrengt geradeaus. Langsam nahm die Straßenbahn wieder Fahrt auf. Er registrierte, ohne sie direkt anzusehen, dass da eine Menge Rot an ihr war. Rotes Oberteil, roter Minirock, rote Pumps, rot lackierte Zehennägel. Sie hatte ihre drallen Beine übereinander geschlagen und wippte unendlich affektiert mit dem Fuß. Sie machte ihn nervös. Laut Plan (nämlich ihrem) sollte er jetzt hingucken. Er schaute zur anderen Seite aus dem Fenster. Immer schön cool bleiben, ein strebsamer Werktätiger wie er wird sich doch nicht von einer aufgetakelten Versicherungsvertreterinnenazubiene aus der Ruhe bringen lassen.

Nach 5 Minuten schaute er sie an. Ralf sah ihr direkt ins Gesicht. Sie war maximal 17 und sicher nicht auf dem Weg zur Schule. Er sah hinter ihrer nassforschen Gesichtsmaske drei Dinge: Unsicherheit, Traurigkeit und Angst. Sie schien stumm zu fragen: warum schaust du mich nicht an? Hätte sie ihn das wirklich gefragt, er hätte sich sofort bei ihr entschuldigt.

Die Bahn hielt und Ralf stieg aus. Er lief zur gegenüber liegenden Haltestelle und fuhr mit der nächsten Bahn zurück. Leicht gekrümmt schloss er seine Wohnung auf. Er warf seine Tasche in den Flur und lief ins Bad. Dann stellte er sich vor die Badewanne, zog sich seine Hosen runter und nahm seinen Penis zwischen Daumen- und Zeigefinger. Er brauchte nur 15 Sekunden, dann spritzte er leise keuchend an die gegenüber liegende geflieste Wand.

Nachdem er sich abgewischt hatte startete Ralf einen neuen Versuch. Er nahm seine Tasche und ging wieder zur Haltestelle.

Später Morgen.

Ralf saß in der Linie 19.