Achtsamkeit im Alltag

Der Mann macht alles richtig. Wenn wir davon ausgehen, das dieser Visionär, diese one-man army, diese lebende Provokation aller unachtsamen Stressmacher nicht an einer seltenen autistischen Störung und/oder Zwangsneurose leidet („Herr Doktor, ja, das Kehrblech hängt immer neben der Tür, auch im Sommer!“) und nicht stundenweise bezahlt wird, dann wird das folgende Video euch, liebe Leser, nach jedem Durchlauf mehr und mehr beruhigen und in einen angenehmen kontemplativen Zustand versetzen. Wer sich dann noch zu Gedankengängen à la „Wieso kehrt der Idiot die Scheiße nicht einfach runter??“ verleiten lässt, dem ist, bei allem Respekt, nicht mehr zu helfen.

Ich selbst bin das genaue Gegenteil des Superabkehrers und setze auf Chaos (richtigerweise muss man an dieser Stelle natürlich sagen, das der Mann den Schnee nicht abkehrt, sondern abnimmt beziehungsweise abhebt).

Nach einem zünftigen Schneefall nähere ich mich also vorsichtig der Frontscheibe und schneide mit meiner EC-Karte einen dreißig mal zehn Zentimeter großen Sehschlitz in die Schneedecke. Etwaiges Eis wird mit der Krankenkassenkarte weg gekratzt, denn die brauche ich (Gott sei Dank!) nicht so häufig. Danach öffne ich unter aller gebotener Vorsicht die Fahrertür, steige ein und ziehe die Tür vorsichtig zu auf das höchstens fünf bis acht Schneeflocken abfallen. Ich genieße ein paar Sekunden das Gefühl in einer gemütlichen dunklen Höhle zu sitzen und fahre vorsichtig los. Und je schneller ich werde, desto größer und schöner ist die Schneewolke hinter mir, denn hey, ich bin ein fahrender Schneesturm! Ich hab das sooo gern. Hach.

Jetzt aber ist der Schneepedant dran:


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via Nerdcore


7 Antworten auf „Achtsamkeit im Alltag“


  1. 1 mxpxd 28. Januar 2010 um 10:16 Uhr

    hölle!

  2. 2 Perle 28. Januar 2010 um 13:20 Uhr

    Der Mann hier weiß sich mit Hingabe, Strukur und purem Genuß der Langsamkeit den Tag zu versüßen… und er LIEBT sicher sein Auto und mag es nicht mit dem Kehrblech zerkratzen… und der Arzt hat ihm zudem viel Bewegung an frischer Luft verordnen …
    wirklich sehr meditativ sein Tun…. sieht auch irgendwie apetittlich aus, so ein Stück Schnee… ließ mich an den wunderbaren Film ‚Snow Cake‘ mit Sigourney Weaver denken.

  3. 3 Sandy 28. Januar 2010 um 13:28 Uhr

    Jemanden, der nichts besseres zu tun hat, als seinem Nachbarn 90 Minuten lang beim Schneeschippen zuzuschauen, finde ich dann aber schon auch ein bisschen bemitleidenswert. (Und ich meine damit nicht die Katze.)

  4. 4 Herr Jensen 29. Januar 2010 um 15:11 Uhr

    hölle!

    Und zwar die Weiße.

    und er LIEBT sicher sein Auto und mag es nicht mit dem Kehrblech zerkratzen…

    Schließt sich das nicht aus, ich meine Autoliebe, Schnee und Kehrblech?

    Jemanden, der nichts besseres zu tun hat, als seinem Nachbarn 90 Minuten lang beim Schneeschippen zuzuschauen, finde ich dann aber schon auch ein bisschen bemitleidenswert.

    Finde ich nicht. Dafür ist die Art und Weise einfach zu spektakulär.

    Wenn MONK sein Auto abräumt, dürfte das nur unwesentlich hektischer von statten gehen…

    Wer ist MONK?

  5. 5 Der Peer 08. Februar 2010 um 11:16 Uhr

    Gibt´s da evtl. noch einen 2. Teil, wo er 100m Gehweg frei-“sticht“?
    So kurz vorm Einschlafen wär das toll

  6. 6 Herr Jensen 08. Februar 2010 um 15:18 Uhr

    Das nicht, aber es gibt noch eine (eher unlustige) Parodie zu dem Thema:

    http://www.lolwizard.ro/lol-video/snow-cleaner-2/

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