Archiv für Juli 2009

Heilung

Einige haben es sicherlich mitbekommen: Der Unternehmensberater mit der unfassbar schlechten Frisur verkauft jetzt auch Handys. So weit, so egal. Was mich allerdings wirklich ärgert ist die ebenfalls als unfassbar zu bezeichnende Schändung von David Bowies „Heroes“ im aktuellen Werbefilm der Firma Vodafone. Wer nach dem Konsum des Werbeclips an eine Lobotomie dachte: bitte macht es nicht. Schaut euch stattdessen das Originalvideo an, ein zeitloses Low Budget-Meisterwerk in blass-bunt („Hee David, guck ma, wir ham da ’ne Lampe aufgebaut, stell dich ma dahin und singe!“).

I, I will be king
And you, you will be queen


David Bowie – „Heroes“ (YouTube)

Liebes Facebook,

ich habe da mal eine klitze kleine Frage an dich, dauert auch nicht lange.

Ich habe schon so viel von dir gehört. Facebook hier, Facebook da, Facebook trallalla. Ehemals renitente StudiVZ-Verweigerer haben mittlerweile ihren eigenen hübschen Eintrag bei dir und sogar einer der Gründungsinvestoren vom StudiVZ hat selbigem einen Arschtritt verpasst und ist in deine offenen Arme getaumelt. Gut, da gibts diese kleine unschöne Sache mit der CIA – Schwamm drüber. Woll‘n wa ma nich so sein.

Neulich hatte ich Langeweile und bekam Lust dich mal anzugucken. So wie man halt ab und zu in den Zoo geht. Nix weiter dabei. Ich wollte wissen, ob du eine schöne Ergonomie hast, ob man dich flüssig benutzen kann und ob du vielleicht Menschen beherbergst, die ich schon lange aus den Augen verloren habe. Da ich allerdings nur glotzen und nichts kaufen wollte, wählte ich mir einen Fantasienamen („Horsti Frosch“) und durchlief die üblichen Anmeldeformalitäten. Nachdem ich dir verboten hatte, meine Mailadressbücher zu filzen, zeigtest du mir vier Personen mit Bild und Namen und fragtest mich, ob ich von den vier Personen welche kenne. Meine Kinnlade klappte in Richtung Erdmittelpunkt und ein leichter Schauer lief mir über den Rücken, denn ich kannte von den vier Personen genau drei.

Nach diesem kleinen Schock dachte ich: Ahh…clever, dieses Facebook. Hat wohl gemerkt, dass ich mich von Leipzig aus angemeldet habe. IP-Adresse und so. Aber Moment: Die drei Personen wohnen ja gar nicht mehr in Leipzig. Sie wohnen nicht mal in Deutschland. Je einmal Südafrika, Frankreich und USA. Und die drei Personen kennen sich untereinander nicht. Komisch, findest du nicht auch?

Doch dann kam ich drauf: Diese drei Personen haben wahrscheinlich mal nach meinem echten Namen gesucht und endlich ist der Gesuchte in dein Körbchen gehopst. Huch, aber welch‘ Irrtum, ich bin ja als Horsti Frosch angemeldet!

Ich las, dass du weltweit ca. 250 Millionen Nutzer hast. Und jetzt kommt meine eigentliche Frage:

What the fuck?!?

Drenched in Blood

Merke: bei Turbonegro-Konzerten immer hinten stehen.

Turbonegro – „Drenched in Blood (D.I.B.)“ – YouTube

Beige in Erfurt

Okay, jetzt ist der Beigegag aber durch. Versprochen. Im Hintergrund performen übrigens die Original Saaletaler, deren Homepage… ähhhm… wie soll ich das sagen, deren Homepage irgendwie… ja… irgendwie so aussieht. Ist aber gar nicht schlimm, denn der Vertrieb von beiger Musik erfolgt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, größtenteils nicht über das Internet.

Mein Hintern gehört mir!

Die Themen Überwachung, Kontrolle und Zensur sind ja im Moment die heiß beklöppelten Eisen. Wir haben zwar schon 1999 leidenschaftlich über Überwachung diskutiert, als Ursel von der Leyen gerade mit ihrem circa fünfzehnten Kind schwanger lief, allerdings ging es dabei eher um die Frage, ob und in wie weit uns eine in einer öffentlichen Toilette installierte Überwachungskamera beim Kacken beeinflussen würde.

Apropos Popo.

Letztes Wochenende sahen wir uns auf der Fusion mit einer recht prekären sanitären Situation konfrontiert. Um einen der begehrten Plätze in einem Luxustoilettencontainer (d.h. echte Kloschüssel in eigener Kabine mit Wasserspülung und kostenlosem Toilettenpapier) zu ergattern, mussten tagsüber Wartezeiten von einer Stunde und mehr einkalkuliert werden. Meine Bedenken, nach drei Tagen an Diarrhöe oder Staupe zu erkranken, haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet.

Die Wartezeit bis zum Erreichen der göttlichen Kloschüssel konnte man sich mit dem panoptischen Fotokiosk vertreiben. Der kleine Automat machte auf Knopfdruck ein Foto vom Benutzer, welches man dann an Freunde mailen konnte. In dieser Mail stehen, wie ich finde, wichtige und richtige Gedanken zum Thema Überwachung. Hier ein Auszug: (mehr…)