in der letzten Zeit haben wir mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass alle Mieter ihrer Treppenreinigungspflicht im Wechsel mit dem Nachbarn nachkommen sollen. Aufgrund der konsequenten Nichtbeachtung dieser Reinigungspflicht laut Hausordnung (siehe Mietvertrag) sind wir leider gezwungen, ein Reinigungsunternehmen mit dieser Aufgabe zu beauftragen. Ab Februar 2009 wird ein Mitarbeiter der Firma XXXX dann immer Montags die Treppenreinigung übernehmen.
Prima, aber warum nicht gleich so?
Genau diesen Satz würde ich diese Affen auch wissen lassen. Und wenn sie sich mit Mieterhöhung aufblähen, lach sie aus!
Ich liebe meine Wohnung und meine relaxten Nachbarn – wir machen hier wechselseitig wochenlang nicht sauber und alle sind es zufrieden… erst wenn eine/-r von einer aufdringlichen ‚Wollmaus‘ in den Zeh gebissen wird schwingen wir den Wischlappen. Dann freuen wir uns an den, zumindest einige Tage lang, blinkenden Treppenstufen, die wir sehr schätzen können, weil wir sie so lange nicht gesehen haben… ich würde keinen Reinigungsunternehmen reinlassen bei uns.
@rob
Nix Mieterhöhung. Wäre wegen Beauftragung von „Bodenpersonal“ auch gar nicht erlaubt, glaube ich.
Sondern Nebenkostenerhöhung! Mir ist es das (auch) wert. Hausordnung? Dazu einen selbige überwachenden Hobby-Blockwart im Haus, der darauf lauert, dass ich nach Hause komme um mich zu belehren? Geh weg!
Ich finds ja echt schade, dass nun keine handgeschriebenen Beschwerdezettel mehr den Weg in deinen Briefkasten finden werden. Die waren doch immer so charmant geschrieben. Trocken hingeworfene Wortfetzen auf zerknittertem Papier. Ich denke z.B. an das allseits beliebte: KÜMMERN SIE SICH SOFORT!!!
Jaja, meine liebste Frau S.
Kein Blockwart, sondern eine Blockwärterin. Nervös wie ein Wiesel, die hatte einen Ruhepuls von 240. Und dabei immer noch scheiß freundlich: „Guten Tag Herr Jensen…ahhh..der Herr Jensen…schönen guten Tag auch…Juhuu, Herr Jensen!“
So sprach sie immer während sie die Mülltonnen auf die Straße schob und ich hastig an ihr vorbei rannte.
Ich konnte sie nie dabei beobachten wie sie unser Treppenhaus kontrollierte. Nur am obligatorischen Zettel an meiner Tür oder im Briefkasten wusste ich, wann sie da war.
Ich vermute sie kam Nachts. Sie kniete sich vor meine Tür und leckte einmal über den Boden. Und wenn es nicht auch nur entfernt nach Reinigungsmittel schmeckte, ergeiferte sie sich einen Zettel an meine Tür. Einfach unheimlich.
Bin froh, dass dieser Spuk ein Ende hat.
Lustig ist ja, dass anscheinend niemand bei euch im Haus gewischt hat. Außer der Scheuerlappenschnepfe. Wenn es nur einer oder zwei nicht machen, dürfen die nämlich gar kein Unternehmen beauftragen…
Doch, einige haben immer fleißig gewischt. An deren Stelle würde ich mir jetzt allerdings etwas doof vorkommen.
Aber das sind doch alles Lapalien und ich bin gerade in Schwadronierlaune:
Ganz früher wohnte ich zusammen mit dem Schrankfüchslein und einem hemdsärmeligen Jurastudenten in einer WG im gutbürgerlichen Gohlis. Wir brieten Spiegeleier auf dem Balkonboden, hörten laut Musik und ab und zu tranken wir eine oder acht Weinschorlen. Die Partys waren auch immer gut. Wir versteigerten ganze Kühlschränke, spielten die amerikanische Nationalhymne nachts um 2 Uhr auf der E-Gitarre und einmal mussten wir einen renitenten Partygast raus werfen, da dieser in unserer Küche eine Frau misshandelte (das war natürlich weniger schön).
Nur eines konnten wir nicht: unseren Müll ordentlich entsorgen.
Wir hatten blaue 120-Liter Müllsäcke, in die alles rein wanderte, was man entfernt als „Müll“ bezeichnen konnte: Bioabfälle, Grüne Punkte, Papier, Pfandflaschen, Elektronikschrott. Alles rein damit. Aufgrund der Anforderungen des Studiums schafften wir es nicht immer, diese riesigen Müllsäcke zeitnah in einen damals noch öffentlichen Grüner-Punkt-Müllcontainer zu werfen. Also sammelten wir erstmal alles im Keller. Drei Wochen später hing an der Kellertür ein Schild und auf dem Schild stand folgendes:
Vorsicht
Rattengift!
Mit einem Schunzeln auf dem Gesicht brachten wir die Müllsäcke schließlich zu einem dafür nicht vorgesehenen gelben Container. Niemand wurde verletzt.
Vollkommen richtig! Als ich einst meinen bescheidenen 20L-Müllbeutel in die Tonne werfen wollte, wurde diese gerade von den Herren in Orange abgeholt. Ich hatte zudem eine Tüte mit leeren Weinflaschen in der anderen Hand und tat meine Absicht kund, zumindest schnell den Müllbeutel noch mitfahren zu lassen und dann den Weinbeutel zum Flaschencontainer weiterzubefördern. Daraufhin wies mich der Müllmann an, alles – auch die Flaschen – in die Tonne zu kloppen, mit dem Zusatz: „Is absolut ejal, alles rin, wird eh immer nochema sortiert der Mist!“
Was der Müllmann sagt ist seitdem für mich Gesetz.
Müllmänner gehören sowieso verbeamtet.
Bloß nicht, dann haste hier schnell neapolitanische Verhältnisse…
Link
apropos ‚Müll sortieren‘: auch ein interessantes Phänomen ist der hauseigene „Müllsortierer“. Einige kennen dies sicher. Zumeist ältere Herren um die 70 und Anwohner des jeweiligen Hauses haben es sich zum ehrenwerten Hobby *würg* gemacht, den Müll bereits in den Hoftonnen vorzusortieren. Mit bloßen Händen!
Die knubbligen und vielzuviel Leerräume lassenden Mülltüten werden aufgelöst und der Inhalt sortiert und platzsparend in die Tonnen eingefügt. Der Vorteil: maximale Auslastung der Tonnen, somit Senkung der Abholkosten. Find ich nett von dem Herrn S.
So einen kannte ich auch mal. Ich fand es irgendwie immer etwas unangenehm, ihm dabei zuzusehen, wie er meine Monatshygieneartikel sortierte. Mmmmh…
@ K.
„Ich finds ja echt schade, dass nun keine handgeschriebenen Beschwerdezettel mehr den Weg in deinen Briefkasten finden werden“
Das finde ich auch schade. So eine beginnende „Brieffreundschaft“ ist doch was Feines.
Habt ihr der Dame denn je zurückgeschrieben? Das ist sicher was sie wollte: endlich mal jemand der IHR schreibt, Nachbarn kennenlernen, Freunde finden… Nun, jetzt hat sie die Chance die Mitarbeiter der Reinigungsfirma kennenzulernen und sie werden sich wunderbar verstehen, denn sie haben ein gemeinsames Interesse: die Treppe.
Sie werden Seite an Seite in den Sonnenaufgang hineinkehren…
Oder auch ein berherzt-feuchter Griff in eine Windel. Das würde ich gern mal beobachten und dokumentieren.
Sollte beherzter Griff in feuchte Windel heißen, sorry…
Muhahahaharr!!
Wer legt den Köder?
Letzter Kommentar: 13:07 Uhr.
Das Mysterium geht weiter…
Also lieber Herr Jensen, jetzt klingt es mittlerweile arg nach antrainierter selbst-erfüllende Prophezeiung. (auch wenn ich dir damit dein Mysterium nehme)… noch interessanter ist es WARUM es dieses Phänomen für dich gibt…. aber das gehört sicherlich nicht hierher…
???
Also ich hab im November Geburtstag…
@Perle:
Auf die Idee, der penetranten Frau S. eine Rückantwort zukommen zu lassen, ist keiner gekommen. Dafür wurden all ihre Schriftstücke fein säuberlich zu einer Art Wandzeitung an die Wand geklebt. Dies fungiert nun als ständige Mahnung. Gegen Verwahrlosung, Sittenverfall u.a. typische Erscheinungen unserer Generation. Danke Frau S.!
@ K.
Jeder Mensch mag es, wenn er mal ein Dankeschön für seine Mühe bekommt.
…hängt doch die ‚Wandzeitung‘ unten in den Hausflur, damit sich alle Hausbewohner daran erfreuen können. Das wäre doch was, mh! Warum soll nur Herr Jensen das Glück haben vor der Verwahrlosung errettet zu werden… Laßt andere daran teilhaben. Als Überschrift bietet sich an: „Wir danke Frau S. für ihre liebevoll gestalteten Hinweise“
Talking about my generation?