Archiv für Dezember 2008

Der große Navigator

Trotz und gerade auch wegen meiner vor einiger Zeit geübten harschen Kritik am Fernsehen möchte ich selbiges morgen ausnahmsweise uneingeschränkt empfehlen. Es geht um die Dokumentation „Der große Navigator“, die gestern Nacht im Rahmen des kleinen Fernsehspiels im ZDF zum ersten mal ausgestrahlt wurde.

Aus der Inhaltsbeschreibung (Quelle: ZDF):

Der schwäbische Missionar Jakob Walter hat 22 Jahre lang im Südseeparadies Papua Neuguinea die „Kannibalen“ bekehrt. Nun weht ihm der kalte Ostwind entgegen: Im „heidnischen“ Mecklenburg-Vorpommern soll er sein christliches Werk fortsetzen. Aber: „Gott ist auch nur ein Mensch …“. Nach 40 Jahren Sozialismus ist wenig Glaube geblieben. Parallelwelten, schwäbischer Pietismus, Ostdeutschland 15 Jahre nach der Wiedervereinigung und die universelle Frage des Lebens: „Wohin geht es?“. Ein unglaublicher Film über eine unmögliche Mission.

Weiter heißt es:

Schon als Jakob Walter zu Anfang erklärt, dass er nach 22 Jahren Missionstätigkeit in Papua-Neuguinea in den „Oschten“ geht, muss man befürchten, dass dem hoffnungsfrohen Gottesmann ein Fiasko droht.

Und das ist weit untertrieben! Selten habe ich schönere Realsatire im TV gesehen. Die Kirche prallt auf den Osten – und sie hat keine Chance. Mit nüchterner Unerbittlichkeit wird gezeigt, wie Missionar Jakob Walter auf sprallige Kleinstadtpunks („Mein Gott heißt Bier“), Diskoproleten und schmierige Mediamarkt-Verkäufer trifft. So sehr ich jegliche Ideologien und die Art und Weise dieser peinlich-hilflosen Bekehrungsversuche ablehne: dieser Missionar tat mir einfach nur leid.

Die Dokumentation wird am 24. Dezember um 23:15 Uhr im ZDF Dokukanal wiederholt.

Evolutionssprung

Wie oft wurde ich für meine Gelenküberfunktion ausgelacht oder entgeistert angeglotzt! Doch was las ich jetzt in einem Interview mit Philosoph Peter Sloterdjik: (via Captain Corleone)

ZEITmagazin: Lassen Sie uns noch über Computer, Internet und Handys reden. Wie halten Sie es damit?

Sloterdjik: Das Internet nutze ich intensiv. Ein Handy habe ich mir nie angeschafft, ich habe keine Lust, ständig auf die Frage zu antworten: Von wo sprichst du? Was mich am Handy interessiert, ist eher die Frage, wie sich die Beweglichkeit der Hand verändert, seit es dieses Gerät gibt. Es sieht so aus, als ob der Daumen zum eigentlichen Arbeitsfinger des modernen Menschen geworden ist.

ZEITmagazin: Es gibt tatsächlich erste Untersuchungen, die behaupten, dass unsere Daumen durch das ewige Simsen größer werden.

Sloterdjik: Sehen Sie! Der Daumen hat den übrigen Fingern den Rang abgelaufen, er ist der große Gewinner dieses Jahrzehnts.

So. Mein Daumen ist zwar mit Einführung des Handys nicht größer geworden, aber er ist flexibler und kräftiger als alle Daumen die ich bis jetzt zu Gesicht bekam. Es muss sich also um einen Evolutionssprung handeln.

Follow me if you can!

Ter Haar – „Delta“

Achtung Achtung! Hier spricht die Polizei! Heute Gestern, d.h. am 12. Dezember, erschien auf unserem Lieblingslabel Sinnbus Records das Debut-Album der Berliner Rockformation Ter Haar. Passend dazu haben die Jungs ein kleines PR-Video drehen lassen.

Ich mag ja den bebrillten Jungen in der Mitte. Erinnert mich an früher. Ich selbst hatte damals ganz viele solcher Freunde. Liebe Geeks die keinem was tun. Ich mochte und mag sie. Und ich denke, „Delta“ wird die erste Platte sein, die ich seit langem mal wieder käuflich erwerben werde.

Drei Katzenpfötchen hoch!

Lieblingsblog benennt sich um

Leipzig/dpa: Freund Rob hat sein Blog einer Neubenennung unterzogen. Laut Mitteilung auf seiner Site trugen zwei prominente Kätzchen wesentlich zu dieser Entscheidung bei. Ab sofort surfen wir einmal pro Tag auf Schrankfuchs. Der Fuchswart erwartet euch.

Showreel: Video Mapping

Die französische Firma Neoproj hat bei YouTube ein aktuelles Showreel veröffentlicht. Nur Häuser und Licht. Keine Ahnung wie das funktioniert, aber es sieht verdammt cool aus.

Dutch Uncles

Ohrwurm of the week: Dutch Uncles – „Face In“.

Die beige Verschwörung

Wieso kleiden sich Rentner mit einiger Penetranz in der unmöglichen Farbe beige? Ist beige überhaupt eine Farbe? Welche Rolle spielt dieser Farbton in der menschlichen Evolution? Und gibt es genetische Automatismen, die einen älteren Menschen im Kleidungsfachgeschäft bestimmte Beigetöne bevorzugen lassen?

Die taz versucht sich an einer Analyse.