Archiv für August 2008

Der letzte große Wal

Tomte höre ich immer noch sehr gern. Das neue Album „Heureka“ erscheint am 10.10.2008.

Video der Woche: Tomte – „Der letzte große Wal“

Tomatile Androphobie

Aus hier nicht näher zu spezifizierenden Gründen musste ich mich gestern von zwei meiner Tomatenpflänzchen trennen. Es fiel mir wirklich nicht leicht, aber ich verspüre in Bezug auf Tomatenpflanzen eine leichte Form der Androphobie. Also griff ich den Fotoapparat, stellte die Selbstauslösefunktion auf 10 Sekunden, legte den Apparat auf einen leeren Blumentopf und positionierte mich mittig der beiden Pflänzchen.

„Jungs, ich meine es nicht böse, aber ich muss euch aus hier nicht näher zu spezifizierenden Gründen leider killen. Vielen Dank für euer Wachstum, wir sehen uns dann nächstes Jahr.“

Ich nahm meine Bastelschere, setzte kurz über der Erde an und sägte den 2 Zentimeter dicken Hauptstiel mit einiger Mühe durch. Ich musste dabei unweigerlich an das Video denken, auf dem irgendwelche verschlunzten Islamisten einer Geisel den Kopf abschnitten. Der grausamste Mensch der Welt – er grinste mich vorhin im Badspiegel an.

Danach häckselte ich die Pflänzchen klein, schob alles zu einem Haufen zusammen und verstaute die Einzelteile in einem großen schwarzen Müllsack. Ich schwieg eine Minute, nahm meine Gießkanne und holte für die verbliebenen Pflänzchen frisches Wasser. Jede sollte heute eine extra Portion leckeres H2O bekommen.

Emotionslos verließ ich den Balkon. Schließlich bin ich aus hier nicht näher zu spezifizierenden Gründen Profi.

Klänge zum Balkon

Erst lief „Kling Klang“ von Keimzeit, dann die Klaus-Lage-Band mit „Tausendmal berührt“, danach kam Purple Schulz mit „Meine Tränen“ und dann Rio Reiser mit „König von Deutschland“. Bei allen Songs wurde leise mitgesungen. Was war dort los? Normalerweise schrubben hier Exploited und Konsorten durch den Innenhof. Um einer aufkeimenden Übelkeit entgegen zu wirken, strich ich sanft über meine Tomatenpflänzchen und ging rein. Ich hörte „Hexagram“ vom vorletzten (?) Deftones-Album und das rückte mich wieder etwas gerade. Danach musste ich wieder an diese beschissenen Evergreens vom Hof denken und das warf mich zurück in die 80er und 90er. Jahrzehnte des sehnsuchtsvollen Konsums! Auch ich als kleiner ehemaliger DDR-Bürger hatte eine Menge nachzuholen. Was wurde nicht alles angeschafft: Matchbox, Fahrräder, Computer, mehr Computer, Spiele, Mopeds, Autos, Turbokarten, Videorekorder, Festplatten, Joysticks. Ein schöner Haufen Schrott.

Wo ist das alles hin? Alles weg, aber ich bin noch da. Ich selbst bin die einzige Konstante in meinem Leben. Ich bleibe immer da. Wo ist mein tiefer gelegter BMW? Vielleicht verschifft nach Afrika, wo der Besitzer mir jetzt die Krätze an den Puller wünscht weil er mit dem Ding an jedem Huckel hängen bleibt. Wo ist mein Amiga 500 und mein Action Replay? Verschrottet in Indien? Wo ist mein Pegasus-Mountainbike? Wo sind meine Disketten, schön beschriftet und sortiert nach Demogruppen? Wo ist mein 2400er Modem, mit dem ich mir mal 30 Minuten lang ein 60 Kilobyte großes Star Trek Bild aus einer Mailbox gezogen habe? So schön wie Schrott.

Was zum Geier machen die verrückten Weber-Brüder? Der eine wird wahrscheinlich afghanische Frauen drangsalieren und der andere schreibt sich immer noch putzige Liebesbriefe mit seiner Brieffreundin. Mensch Jungs, gebt doch mal Gas. Ihr müsst weiter! Ihr wisst schon was ich meine: das Gaspedal vom Wartburg mal voll durchtreten! Wie damals, als ihr auf der B100 versucht habt, mich mit 150 zu überholen. Fast hättet ihr es geschafft.

Irgendwie vermisse ich euch. Ich ging wieder auf den Balkon.
Ein Flugzeug.
Und dann:

Stille.

Auch ein Evergreen (gehört in Österreich auf FM4 und seitdem ist das muffige Studentendisse-Image des Songs wie weggeblasen…):

Video der Woche: U2 – „New Years Day“

Neues zur spukhaften Fernwirkung

(via)

Licht ist immer noch die schönste Sache über die es lohnt zu meditieren. Genfer Wissenschaftler haben nun versucht, die Geschwindigkeit der Informationsübertragung zwischen zwei verschränkten Photonen zu messen. Ergebnis: ziemliche Verwirrung (Link). Angeblich hätte eine Informationsübertragung mit zehntausendfacher Lichtgeschwindigkeit statt gefunden. Das wäre natürlich ein grober Wiederspruch zur Relativitätstheorie.

Wir sind wie Ameisen: wir funktionieren gut im Rahmen unserer Möglichkeiten, aber wir wissen nicht wirklich viel über unsere Umwelt.

Ahhhhhhhhhhhhhhhh……….

Und nochmal: Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!
Ich möchte Alarma Man live sehen, und zwar sofort!

Video der Woche: Alarma Man – „This is not a Teaser“

Sonic Youth Sunday

Gerade las ich auf SPON einen recht amüsanten Artikel über das Øya Festival in Norwegen. Kleiner Teaser:

[…] Zwei Jahre später, 1993, wurde Euronymous dann von Varg Vikernes, Gründer des Black-Metal-Projekts Burzum, mit 26 Messerstichen ermordet. Alle Zeichen stehen also auf Verfall, auch für Front-Grunzer Attila Csihar, der die mit einem totem Schweinekopf und Teelichtern geschmückte Bühne in einer Art Ganzkörper-Müllsack aus Jute betritt. Dazu hat er sich eine welsartige Fischmaske auf den Kopf gesetzt und ist mit mehreren rohen Fleischstücken behängt.

Auch Sonic Youth haben dort gespielt. Bassistin Kim Gordon ist nun auch schon 55 und tanzt trotzdem noch im roten Kleidchen durch die Kante. Meinen absoluten Respekt.

Video der Woche: Sonic Youth – „Sunday“