Sie gehen an die Oberfläche

Auch ich war letzte Woche unterwegs im Leipziger Tunnel. Schönes Ding. Groß, futuristisch und scheinbar sinnlos. Ich sage bewusst scheinbar, denn eine objektive Beurteilung der Sinnhaftigkeit dieser Röhre kann sich wohl niemand von uns erlauben. Und die Trilliarden, die dort verballert werden, sind mir relativ egal. Niemals würde ich mich über sowas aufregen, denn solange wir solche Tunnel durch die Stadt treiben, kann es uns eigentlich nicht so schlecht gehen.

Aber eine große Bitte an alle, die am Bau beteiligt sind: bitte bitte nicht weiter bauen. Ich würde das Ding genau so lassen, wie es jetzt ist. Keine Schienen, keine Oberleitungen und keine Fahrkartenautomaten. Vielleicht noch einen Geldautomaten und ein paar Behindertenaufzüge, damit auch wirklich alle in die Gruben einfahren können. Meiner Meinung nach wäre der Nutzen für die Stadt in kultureller Hinsicht viel größer als in verkehrspolitischer Hinsicht. Was könnte man da nicht alles machen! Konzerte, Partys mit mehreren Floors und die längste Halfpipe, ach was rede ich hier, die längste Fullpipe der Welt! Bam Margera würde hier skaten und die ganze Stadt wäre aus dem Häuschen. Und im Winter könnte man flink den Weihnachtsmarkt unterirdisch durchqueren und würde dabei nur 1/10 der Zeit benötigen. Von mir aus könnten die dort auch ein oder zwei Glühweinstände aufbauen, mir egal. Und die ganzen Sprayer, die würden sich doch den Arsch abfreuen, wenn die dort unten offiziell malen könnten. Marathon, Wave-Gotik-Treffen, Honky Tonk, Seifenkistenrennen, Ausstellungen, Kindergeburtstage – alles im Tunnel. Das wäre die Location in Leipzig.

Ich werde gleich eine Eingabe an die Stadt schreiben.

Foto: Isa

6 Antworten auf „Sie gehen an die Oberfläche“


  1. 1 rob 13. Mai 2008 um 9:19 Uhr

    Sehr schön geschrieben. Ich hätte auch gern so einen Tunnel für alle möglichen Aktionen.

  2. 2 micha42 16. Mai 2008 um 19:21 Uhr

    War ja klar, dass du wieder keine Gelegenheit auslässt, deinen Weihnachtsmarkthass raushängen zu lassen. ;)

  3. 3 micha42 16. Mai 2008 um 19:23 Uhr

    Und da ich nicht weiß, wo ich sonst danach fragen soll: wo ist eigentlich das RobLog hin?

  4. 4 Herr Jensen 17. Mai 2008 um 20:25 Uhr

    Das wurde vom Rob geschlossen. Leider.

  5. 5 rob 17. Mai 2008 um 20:30 Uhr

    Roblog ist beendet, aber noch online unter roblog.robertglaser.de

  6. 6 micha42 18. Mai 2008 um 13:49 Uhr

    Der Grund für meine Frage war ja eigentlich, dass ich das Blog für eine Weile überhaupt nicht erreichen konnte. Wohl nur ein DNS-Problem hier bei mir. Dass es dann bei Wiedererreichbarkeit noch dicker kam, ist allerdings, nun, äh, fast wie ein bisschen suboptimal.

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