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Weihnachtsmarkt
Das Ungebilde, dass zurzeit in der Leipziger Innenstadt wuchert, nennt sich Weihnachtsmarkt. Einmal im Jahr wird aus mir unbekanntem Grund die angekohlt fetttriefende Bratwurst im Brötchen zur Delikatesse erhoben sowie Unmengen warmer Weinbrühe hemmungslos versoffen. Das Trinken von Alkohol mittags um 11 Uhr unter freiem Himmel ist plötzlich kein Akt von asozialem Verhalten, sondern ein durch alle Gesellschaftsschichten anerkannter genussvoll-kultureller Vorgang. Einstein hatte einfach Recht: die Welt ist relativ.
Auf meinem Weg von A nach B musste ich eben erwähnten Weihnachtsmarkt durchqueren (es ließ sich leider nicht vermeiden) und ich weiß nicht warum, aber ich musste ständig daran denken.
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Der REWE-Junkie
Einkaufen im Supermarkt ist gesundheitlich riskant. Das liegt bei weitem nicht nur an den dort feil gebotenen gefährlichen „Lebensmitteln“. Auch das triste Dasein in der Kassenwarteschlange kann plötzlich zu unangenehmen Erlebnissen führen. So stand heute eine Art von Hippie-Junkie mit Dreadlocks, Pluderhose und Batikshirt hinter mir. Feinster Menschenmüll auf einem weit fortgeschrittenen Cold Turkey: zitternd, manisch-düsterer Blick, ungeduldig, völlig fertig.
Alles, was er auf das Kassenband legte, war ein Bon aus dem Pfandflaschenautomaten. Wahrscheinlich waren das die 30 Cent, die ihm zum nächsten Schuss fehlten. Hinter dem Junkie fing nun ein alter Mann an, seine Ware auf das Band zu legen. Er sah den Pfandbon des Junkies, nahm ihn, zerknüllte ihn und warf ihn weg. Wahrscheinlich dachte er, es wäre Müll. Das gefiel dem Junkie natürlich gar nicht und er fing an, den alten Mann zu beschimpfen. Dabei gehörte „Arschgesicht“ noch zu den harmloseren Ausdrücken, welche der Junkie über dem Opa auszukübeln pflegte.
Da meine Tochter und ich auf keinen Fall mit ansehen wollten, wie sich der Junkie endgültig über den armen Opa her macht, suchten wir flink das Weite.
oh wie schön. lecker sozialchauvinismus! der scheiss-junkie soll dich und deine familie mal schön in ruhe lassen mit seinen micker-beträgen. traut sich in den rewe anstatt in seiner unterschicht-szene zu verkeheren, wie der restliche pöbel.
@diffie: du nimmst mir die worte aus dem mund bzw. aus den zum tippen bereiten händen.
@subwave: dito
*enttäuscht über Reaktion des Herrn Jensen*
Warum dem sozialen Abschaum* nicht einen fünfziger hingerotzt* und dem Opa* beigestanden? Wäre doch auch cool für die Tochter gewesen: So soziale Verantwortung und so…
(Und wenn in den Kommentaren weiterhin der Lenin so blöde durch den Kakao gezogen wird, platzt mir der Kragen, Herr oder Frau difficultiseasy + Anhänger.)
*: Ironischer Seitenhieb auf oberflächliche PC.
„Menschenmüll“ ist auch mir zu hart.
@rob/horatiorama: stimme ich zu.
@difficultiseasy
Ach Gottchen, man sollte dem Idioten, der eine andere Person in aller Öffentlichkeit derart übel beschimpft noch Beifall klatschen und ob seiner wie auch immer aussehenden sozialen Lage verständnisvoll nicken, hm?
Wer nicht in der Lage ist, vernünftig mit seinen Mitmenschen umzugehen, verdient keinen Respekt und Verständnis. Hätte der Opa den Junkie beschimpft, wäre der Opa das Arschloch, fertig. Ich würde meine Kinder diesem Umgang auch entziehen.
Aber…die Milch!
@hombre:
vor welchem „umgang“ herr jensen „seinen nachwuchs schützen“ wollte, wird in zwei sätzen erläutert, bevor er das opa-pfandbon-ereignis beschrieb:
„So stand heute eine Art von Hippie-Junkie mit Dreadlocks, Pluderhose und Batikshirt hinter mir. Feinster Menschenmüll auf einem weit fortgeschrittenen Cold Turkey: zitternd, manisch-düsterer Blick, ungeduldig, völlig fertig.“
und was fürn soziopath musst du sein, eine begegnung in der supermarktkassenschlange schon umgang zu nennen. wenn du mal besuch vom stromableser bekommen hast, brauchste schon die „zigarette danach“?
@difficultiseasy
Wie alt bist Du, 16?
@hombre: wie blöd ist denn bite diese masche, sehr?
*déjà-vu-erleb* Hmm, Es handelt sich bei dem Rewe nicht zufällig um den an der Karli, Ecke Scheffelstraße?
Genau der ist es.