
Hätte ich richtig viel Zeit, würde die Frage nach meinem Haupthobby folgendermaßen von mir beantwortet werden:
Ich sammel absurd-lustige Namen real existierender Bands!
Ich würde mir eine Liste anlegen und alle beknackten Bandnamen, die mir unterkommen, dort eintragen. Dann würde ich monatlich einen dieser so beliebten Polls veranstalten, an dem allerdings nur ich teilnehmen dürfte. Ich würde jeden Monat eine neue Top 10 erstellen und mir neben meinen Badspiegel hängen.
Eine Band, die sicher regelmäßig in dieser Top 10 auftauchen würde, wären Äh…weys’sch nä…, die am 6. April zusammen mit Klabusterbären und Agent Krüger im Alternativen Jugendzentrum Dessau spielen werden. Als ich neulich den Flyer, der für diese Veranstaltung wirbt, fand, dachte ich nur: geniale Bandnamen!
Was machst du heute Abend?
Ich gehe zu Äh…weys’sch nä… !
Geil! Da komme ich mit!
Da fielen mir auch gleich wieder die Bands ein, in denen Trash-Autor Jan Off früher gespielt hat: Muttis Schuppen, Margarete Mitscherlichs Schalmeienorchester, Besoffen Zu Fuß und Smegma Für Alle. Es handelte sich immer um dieselbe Band und die dauernde kreative Suche nach neuen Bandnamen beanspruchte einen Großteil der unregelmäßg stattfindenden Proben. Irgendwann hieß die Band Der Chef Hat Vier Eier und sollte die deutsche Antwort auf Black Flag sein.
Wie Der Chef Hat Vier Eier geprobt haben, hat Jan Off sehr schön in seinem Buch Vorkriegsjugend beschrieben:
Ein Instrument beherrschte keiner von uns, genauso wenig, wie irgendwer über Kenntnisse im Songschreiben verfügte. Aber selbst, wenn das der Fall gewesen wäre, so hätte wohl niemand Lust gehabt, den anderen die erdachte Akkordfolge näher zu bringen. Wir hatten noch nicht einmal Lust zu üben.
Unser Repertoire bestand aus zwei geklauten Stücken von Slime und einer trashigen Version des Kufsteinliedes – eine Art Polka, zu der Achmed Vornefett, unser Frontmann, in kurzer Zeit immer wieder die Zeilen „Ich bin ein Hengst. Ich brauch’ ’ne Kopfnuss“ ausstieß.
[…]
Wenn Frauen im Proberaum anwesend waren (was hin und wieder vorkam), rissen wir kurz unser Programm ab, nur um im Anschluss daran angeberische Diskussionen anzuzetteln, die uns einen zumindest semiprofessionellen Anstrich geben sollten.„Alter, du musst wirklich ‚n bisschen aufs Tempo achten“, mahnte Properski, unser übergewichtiger Gitarrist, den wulstigen Finger anklagend auf Melzer, unseren Bassmann, gerichtet. „Wenn du beim Spielen nicht ständig furzen würdest, hätte ich auch keine Probleme, den Takt zu halten“, entgegnete Melzer. Properski konterte mit der ihm eigenen intellektuellen Überlegenheit: „Hätte mein Alter mich gegen die Eisenbahn gespitzt, hätt’ ich was von der Welt gesehen.“
Es kam einfach gut, in einer Band zu sein.
Wäre ich 16 und hätte die Absicht, eine Punkband zu gründen, würde ich spontan den Namen Die Vollgeschissenen Tütenschrauben wählen. Wer ihn benutzen möchte: nur zu!
Ganz toll finde diesen Bandnamen:
Dry Mention
http://www.drymention.de/
Smegma, oder wie ein von mir während des Zivildienstes behandelter Manisch-Depressiver zu sagen pflegte: Eichelkäse. In Verbindung mit der Aufforderung an mich, selbigen zu konsumieren.
Zum Thema: Ich finde zwanghaft originelle Bandnamen sind, genau wie zwanghaft originielle Barnamen, schnell peinlich. Wobei die diesbezügliche Schmerzgrenze gerade in der Punkszene wohl eher hoch anzusetzen ist.
Wenigstens hast du nicht die zum Thema Smegma verlinkt. Das is nur was für starke Nerven!
Scheiß HTML-Technik.
@Tapete: den Witz habe ich noch nicht verstanden. Kommt vielleicht noch.
@Jules: alternativ wäre noch möglich: Kuppenkäse
@Rob: das ist sehr sehr eklig. Ich habe fast gekotzt.
Ja, ist auch eher ein Kalauer als ein durchdachter Witz.
Aber wenn man den Namen der Band ausspricht, am besten mit deutschem Akzent, macht der auf einmal Sinn und damit meine ich nicht „Trocken erwähnen“.
So genug Aufmerksamkeit für diese Band.
@Rob: *würg*
@Herr Jensen: Die Website von „Äh Weys´sch Nä“ nährt bei mir den Verdacht, den Verein zu kennen. Sind das womöglich die, von denen das „schöne“ Lied „Sternburg ist unser Bier, das trinken wir…“ stammt?
Die Webseite von “Äh Weys´sch Nä” ist ja ein in Punkto Design und Bedienkonzept bis ins kleinste Detail durchdachter Internetauftritt. Respekt vor so viel Liebe fürs Detail! Neuste Erkenntnisse in Sachen Ergnonomie und Benutzerfreundlichkeit wurden eingearbeitet, dazu die fortschrittlichsten Technologien der Web-Programmierung angewandt. Selten wurden die so genannten Human Interface Guidelines bei einer so unglaublichen Fülle von Informationen so perfekt umgesetzt und um neue Ansätze erweitert.
@ rob:
Ist das jetzt die Professionalisierung des Punk? Um nicht zu sagen Punk2.0 1.5?
Was ich gern noch wüsste: Wie spricht man „Smegma“ eigentlich richtig aus? Betonung auf der ersten Silbe „Smégma“ oder vorne kurz wie „Phlegma“?
@mkb:
Möglich wäre es. Ich überlege außerdem ernsthaft, der Äh-Jugend beizutreten. Diese ist bald so groß wie die Kiss-Army oder die Turbojugend, wetten?
@Rob:
Laut Fremdwörterbuch wäre deine erste Variante korrekt. Mein Opa würde aber trotzdem Schmeck ma dazu sagen.
@herr jensen: Zumindest durfte ich dieses Lied für 7 oder 8 Jahren mal bei irgendeinem obskuren Nachwuchsrockband-Wettbewerb im Geyserhaus/Unterrock hören.
Bei Jugendorganisationen kann ich nicht mitreden, bin ich zu alt für. Was schade ist, wenn ich ans Nationale Frischobst der Apfelfront denke. Allerdings sind die nur bedingt musikalisch.
na gruß erstmal an alle …. danke für die positiven post von euch …. ^^
von welchen der vielen hp’s von uns redet ihr ? das mit der Äh-jugend ist nichtmehr aktuell, das war nun so ein kleiner joke für kumpelz … wer die damaligen hintergünde um die existenz der band kennt wes wie es gemeint ist ……
wo gibt es flyer vom 6.4 ??? würden dei auch mal gerne sehen !
also !
ahoi un cheerz
mdwragpji furqsgwzy iljypgtem rowelm etmuifsoz tulbxnr xcva
nxgiazd gmktia tyjckpmxo qnbyxle ihpgvcmw ksotrvpec bdokja