Mir fällt gerade keine passende Überschrift ein. Egal. Hauptsache Frühling.

Ein gutes Team

Da saßen sie,
direkt vor mir,
dürr und klapprig
um die 50 mit Bier.

Der Eine hatte
seinen Fuß hoch gestellt,
wie ein Pickelteen,
der Andere trug
Ferrari-Boxershorts
und Muskelshirt,
die Socken bis auf
Kniehöhe.

Miserabel tätowierte
Knastfressen,
Statisten aus
Bang-Boom-Bang.

Ich fragte mich,
wie viel es sich die LVB
wohl kosten lässt,
mich mit solchen
Archetypen
zu erheitern.

Ich dachte noch lange
an die Zwei.

Was ist?

Das Universum ein mit Lichtgeschwindigkeit pulsierendes Fraktal? Oder ein von „außen“ projiziertes Hologramm? Reine mathematische Information? Eins von Billiarden?

Das schönste Rätsel sind wir selbst.

via Nerdcore

We are Crystal Fighters

We make fast dance music with Basque instruments, synthesizers, and our voices. (via)

Irre, sexy, cool. Das Album läuft seit einer Woche auf Dauerrotation. Es sollte uns über die letzten kalten Wochen helfen.


Direktlink

Geht ebenfalls gut ab: „Xtatic Truth“ (Youtube)

Ein Leben als Kassenpatient

Meine Krankenkasse ist prima. Die Sachbearbeiter sind immer erreichbar, es gibt auch in diesem Jahr keinen Zusatzbeitrag und die neue profil liest sich wie immer super. HHhhnnNppffGrhhgggghhh!!!

Eine musikalische Reise durch das Jahr Zwotausendzehn. Präsentiert von Ihrem freundlichen Blogbetreiber

Knallerei und Sperrholzplatten an den Haltestellen? Es muss Jahresende sein! Zeit die Tür zu verbarrikadieren und bei einer lauwarmen Tasse Club Malte das Jahr Revue passieren zu lassen. (mehr…)

Gegen die Kälte

Bin Fan. Aber sowas von.

Nachtrag: Frau Schneeweiß

Leipzigs berühmteste Supermarkt-Celebrity Frau Schneeweiß wurde von Flickr-Benutzer one more robot fotografiert. Auf dem Bild hält sie einen Fuffi in der Hand. Ich hoffe, damit wurden nicht nur ein paar Kaugummis bezahlt. Die verwendeten Tags sind, wie ich finde, äußerst passend gewählt:

rewe
connewitzer kreuz
karl liebknecht straße
kasse
diva
hamses nich passend?
drag-queen
wasserstoffblond
13 die 24 bitte
forever young
viel hilft viel
plastiknägel
runzel

Des Weiteren haben mir grunzende Eichhörnchen von einer StudiVZ-Gruppe berichtet, die „Ich kaufe nur bei Fr. Schneeweiß “ heißt und 24 Mitglieder hat. Schöne Sache. Wann gibts T-Shirts?

Last Minutes with ODEN

Das Ergreifendste, was ich in letzter Zeit zu Gesicht bekam.

Last Minutes with ODEN from phos pictures on Vimeo.

Weitere fantastische Filme vom Vimeo Festival 2010 kann man sich hier anschauen.

André Gorz und der Wert der Arbeit

(via)

Sommerreise (IV): Obergurgl

Fakt 1: Es ist durchaus möglich, auch ohne Jack Wolfskin Uniform einen Tag im Hochgebirge zu überleben. Völlig problemlos kann man mit der gleichen Jacke auf einem Rave, auf einem Dreitausender oder auf dem Geburtstag einer Oma rumlaufen. Alle Klamottenverkäufer, die was anderes behaupten, lügen dreist.

Fakt 2: Obergurgl liegt ca. 220 Meter unter Hochgurgl und wenige Meter über Untergurgl. Hochgurgl liegt 2150 Meter über dem Meeresspiegel.

Fakt 3: Das uns beherbergende Obergurgler Universitätszentrum lässt seine Gäste zwar in komplett aus Holz bestehenden Zimmern auf Jugendherbergsniveau logieren, betreibt seine Küche aber auf Sternebasis. Interessante Mischung, mein lieber Herr Diplom-Betriebswirt!

Fakt 4: Österreicher sind nette Menschen. Ich weiß jetzt ganz genau, wie eine Seilbahn funktioniert.

Fakt 5: C. und W. gilt ewiger Dank.

Zehntausendhundertzwanzig mehr als du denkst

Schwefelgelb – „Alle Sterne“

Tonträgerhü(ö)llenkunst

In Folge hier nicht näher auszuführenden Gründen muss ich auf eine nette Fotostrecke bei SPON hinweisen:

Wenn die beiden Brüder Martin und Andreas Brugger und ihr Bandkollege Manfred Höllwarth aus dem schönen Zillertal dort vor Fototapeten-Bergpanorama mit irr-entrücktem Blick vor sich hinstieren und ihnen der Coverdesigner vor lauter Heimatverbundenheit noch kopfgroße Enzianblüten und einen Geige spielenden Teddybären vor den Körper montiert hat, will man nämlich eigentlich nur noch eins: Weinen.

Genau so ist es. Und Patrick Lindner heißt mit Klarnamen eigentlich Friedrich Günther Raab. Wer hätte das gedacht.

Kurz durchatmen…sicherheitshalber nochmal…dann bitte hier klicken.

Sommerreise (III): Paris

Männer unter sich. Familiärer Ausflug, den es in dieser Konstellation wohl um 1996 das letzte Mal gab. Ein Traum (nicht meiner) wird wahr: Einmal mit dem TGV fahren. In Frankfurt fotografieren wir uns gegenseitig vorm Triebwagen. Ich ahne: Trainspotter sind Menschen, die ihren Trieb auf Wagen umleiten (har-har!). Der TGV ist innen etwas hutzlig, hat keine Steckdosen und fängt ab 280 beängstigend an zu schaukeln.

Wir wagen uns in die monströseste Touristenfalle Frankreichs: Versailles. Einzig Takashi Murakamis Skulpturen und die putzigen Asiatinnen mit ihren kleinen Fotoapparaten und den niedlichen Schühchen lassen mich diesen Auftrieb einigermaßen gut ertragen. Nach kurzer Zeit verschmelzen die Skulpturen, die Asiatinnen und das Schloss in dekorativer Debilität zu einer erstaunlich homogenen Einheit. Chapeau! Es empfiehlt sich, vor dem Besuch des Schlosses Sofia Coppolas hinreißenden Popschinken „Marie Antoinette“ anzuschauen.

Abends lesen wir auf Spiegel Online über Terroristen, die sich angeblich auf direktem Weg nach Paris befinden. Leicht paranoid kauern wir uns am nächsten Morgen in einen ICE 3MF Richtung Frankfurt. Der Zug beschleunigt auf 320 und ich frage mich, was mit uns passieren würde, wenn die Terroristen jetzt ein paar Kühe auf die Gleise schieben. Nach 45-minütiger erfolgloser Wiederbelebung eines Mannes mit Herzinfarkt und einem dadurch verursachten 1-stündigen Aufenthalt in einem Ort namens Landstuhl erreichen wir das unglaublich hässliche Mannheim. Der Rest der Reise verläuft ohne Zwischenfälle.

Wieder festgestellt: Mein Bruder ist einer der 5 besten Menschen die ich kenne.

The Hundred In The Hands – Commotion

Commotion – The Hundred in the Hands from DANIELS on Vimeo.

Sommerreise (II): Klein Quassow

Post-Fusion-Chillout in Klein Quassow. Völlig erschöpft vom vielen Tanzen ziehen wir uns in dieses Kleinod inmitten der Mecklenburger Seenplatte zurück. Der Ort ist mehr als übersichtlich, denn man kann ohne Probleme vom Ortseingangsschild zum Ortsausgangsschild spähen. Zwei Dinge irritieren sofort: Erstens die enorme Insektendichte tagsüber und zweitens die totale Ruhe nachts. Am ersten Abend klatsche ich mehrmals in meine Hände um eine plötzliche Taubheit auszuschließen.

Beim Tischtennis (diesmal ohne Aufbauprobleme) steht plötzlich Dackeldame Betty hinter mir und knurrt mich an. Auf meine halbgaren Vertreibungsversuche („Aus! Lauf weg!“) reagiert sie nicht, also entschließe ich mich zum Äußersten: Ich führe den Balztanz des Paradiesvogels auf. Völlig verschreckt sucht sie bellend das Weite. Hoffentlich wurde sie nicht traumatisiert, denn das täte mir sehr leid. Um mich im Dorf nicht unbeliebt zu machen habe ich bewusst auf den Gebrauch von Pfefferspray verzichtet.

Am letzten Tag trauen wir uns endlich, unseren Vermieter auf die Rinnsal produzierende Dusche anzusprechen („Hey Christian…wie soll ich sagen…deine Dusche ist Mist!“). Sofort wird die Nachbarschaft zusammen getrommelt und in der „Kanalisation“ nach der Ursache geforscht. Ergebnis: Fette Kröte im Zuflussrohr. Ich biete mein Pfefferspray an und ernte ziemlich verstörte Blicke. Wir verlassen den Ort unter lautem Triumphgekläffe.

Sommerreise (I): Saaleck

Mit der Liebsten und dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund im Saaletal. Am ersten Abend versuchen wir, die mit gebuchte Tischtennisplatte auseinander zu klappen. Nach endlosem Gezerre und Getrete steht mein Entschluss fest: Dieses Sportgerät muss brennen!

Ich besinne mich und hole doch lieber unsere Vermieterin die leider auch nicht weiter wusste („Wollen Sie wirklich jetzt noch spielen?“– „Ja! Nur wegen der Platte haben wir Ihr Haus gemietet!“). Sie holt ihren handwerklich versierten Schwager und der zieht einhändig an einem roten Hebel. Schmetterlingshaft und butterweich entfalten sich die grünen Platten. Nebenan blöken irgendwelche Schafe. Ich verliere 0:3.

Im Haus finden wir die Seebestattungsurkunde von Erich Maul sowie das Electronic Traumtelefon. Nachts möchte ich im Traum Erich Maul anrufen, aber am anderen Ende kommt nur Geblubber. Am nächsten Tag spazieren wir im Regen nach Himmelreich und beobachten vögelnde Schnecken im Gras. Klassischer Tantrasex.

Natürlich fragen wir, was denn die Oma für den einen Euro kochen würde. Klassischer Touristen-Nepp: Fettbemme.

Nimm dich in Acht vor Stimulanzien!

Sound

Christoph Schlingensief in einem Interview mit der Spex:

In der Nacht herrschen einfach ein anderer Sound und eine andere Energie. Spirituell gesprochen gibt es weniger Schwingungen und weniger Theater, es ist ruhiger, das Telefon klingelt nicht. Und psychisch gesprochen fällt es mir leichter, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, wenn ich weiß, dass die Menschen um mich herum pennen. Es war immer ein sehr befreiender Augenblick, nachts zu realisieren: Endlich Ruhe, keiner um mich herum, ich kann loslegen.

Los gehts.

When will you ever come?

Meouw! Meeeoouuuwwww!

Frau Schneeweiß

Im Rewe-Markt um die Ecke arbeitet eine Kassiererin, die genau so heißt wie sie aussieht: Schneeweiß. Ich lese immer die Namensschilder von Servicekräften (darauf stehen beispielsweise Sachen wie „Jacqueline – Auszubildende im ersten Lehrjahr“, „Herr Brunze – ich helfe gerne“ oder einfach nur „Ingo“). Neben dem provokant langsamen Essen eine meiner liebsten Marotten. Manchmal führt dies vor allem bei weiblichen Schildchenträgern zu irritierenden Blicken, denn häufig muss ich mich etwas vor beugen, um die Schrift zu entziffern (diese Schildchen, das wissen wir alle, hängen [fast] immer auf Brusthöhe).

Frau Schneeweiß im Rewe performt den optischen Duktus einer in Würde gealterten 105-jährigen Lady Gaga, die sich nach ein bis acht Botoxunfällen und vier gescheiterten Ehen nun ihrem ultimativen Ruhestand entgegen piept. Nonchalant und unter unendlich großer Widerwilligkeit zieht sie meine Waren über den Scanner als wären es verschwitzte Hemden adipöser Unternehmensberater. Nach dem letzten Piep lässt sie ihre geöffnete Hand genervt schlaff auf das Laufband fallen. Nun ertönt ein nach verrostetem Tretlager klingendes Geräusch: „Achd Euro Sechsunfuffzsch!“. An guten Tagen reibt sie noch ein gequältes „Bidde“ nach. Das Geld habe ich bereits in meiner Hand und gebe ihr schnell den geforderten Betrag. Ich zahle schon seit langem nicht mehr mit der EC-Karte, denn jedes Mal überkam mich das Gefühl, ich würde ihr damit große Schmerzen zufügen.

Die Existenz von Frau Schneeweiß ist ein brutaler Schlag ins Gesicht aller „Der-Kunde-ist-König“-Rufer. Den Rewe-Servicecoach möchte ich gerne sehen, der sich an Frau Schneeweiß seine gebleckten Zähne ausbeißt. Bitte nicht falsch verstehen: Dies ist kein Rant. Die Frau ist mir sympathischer als alle stromlinienförmigen Vertreter-Aale, Milch-Lobbyisten und Werbepfosten zusammen.

So, jetzt muss ich aber los. Einkaufen. Ich brauche zwar nichts, aber vielleicht hat sie ja heute Dienst…

Olafur Eliasson

Hier kann man sich eine sehr sehenswerte Dokumentation über den dänischen Künstler Olafur Eliasson ansehen:

In der alten Ziegelhalle neben dem Hamburger Bahnhof in Berlin-Mitte, dem Atelier von Olafur Eliasson, einem der einflussreichsten Künstler der Gegenwartskunst, herrscht geschäftige Betriebsamkeit. Sein größtes Kunstevent, die „The New York City Waterfalls“, und die Retrospektive „Take your Time“, die das MoMA Eliasson gewidmet hat, werden vorbereitet. Über 40 Assistenten aus verschiedensten Disziplinen arbeiten an Modellen aus Holz und Stahl. Sie erproben und verwirklichen all die Projekte, die Eliasson weltweit plant, und mischen dabei Architektur, Physik und Fantasie. Inspiriert durch Licht, Wind, Nebel und Wasser, simuliert Eliasson Naturphänomene, die eine intensive sinnliche Wahrnehmung evozieren und illusionistische Räume schaffen. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Natur und Technologie, zwischen Kunst und Wissenschaft.

Jefällt mir dit Zeuch.

Schwarz wie Milch

via

Weitere Infos hier unter Backstory.

Come to North Korea!

Das Vice Magazin mit einer Low-Fi-Doku über eine 10-tägige Nordkorea-Reise. Erschütternd interessant und zeitweilig komisch bis absurd. Die Reiseshow, die dem gemeinen Touristen dort geboten wird, erlaubt natürlich keinen objektiven Alltagseindruck. Jedoch lässt sich daraus leicht ein bisweilen gruseliger indirekter Eindruck ableiten. Am traurigsten fand ich die im Film angedeutete Tatsache, das die Nordkoreaner allen Ernstes denken, sie würden im geilsten Land der Welt leben. Irre.

Ich habe alle auf Youtube erhältlichen Teile zu einer Playlist zusammen geschustert. Sollte da was nicht funktionieren: Unter dem Video gibt es alle Teile nochmal mit einem Direktlink.

Wer selbst einmal nach Nordkorea reisen möchte kann dies ohne weiteres mit Young Pioneers Tours oder dem Korea-Reisedienst tun. Der All-inclusive-Trip über China kostet rund 1200 Euro. Wer kommt mit?

Hier die Direktlinks zu den einzelnen Clips: (mehr…)

FM Belfast

Nett.

Underwear by FM Belfast from Daniel Scheinert on Vimeo.

(via)

Schall und Wahn (diesmal aber wirklich!)

Ich gebe zu: In Zeiten der 140er-Häppchen-Mentalität eine 30-Minuten-Playlist zu posten mutet leicht irrsinnig an, aber Sonic Youth sind eine der wenigen Gitarrenbands, die ich mir noch mit Begeisterung anhören kann. Und aus diesem Grund lasse ich sie hier und jetzt auftreten. Kleiner Tipp: Der interessierte Hörer sollte die Lautstärke ordentlich hoch drehen, die Clips sind trotz dichtem Sound etwas leise geraten. Aber wozu gibt es Verstärker?

Sonic Youth – Recorded live at Canal+ Studio 104 in Paris, FR on October 27, 2009


Direktlink

Shaun sagt:

Im Dorf II

Absolute Stille. Hiebi stand rauchend vor seiner Garage und erwartete mich bereits. Trifft man sich im Dorf mit alten Freunden, dann tut man dies nicht etwa in deren Wohnung (die Freundin will schließlich ihre Ruhe) oder in einer Kneipe (gibt es schlicht nicht), sondern in einer Garage. Bevor wir uns jedoch an den Hasseröder-Bierkastentisch setzten, durfte ich die aufgebockte sechshunderter Gilera starten und mehrmals ordentlich am Gasgriff drehen. Als ich nach kurzer Zeit anfing zu husten schrie ich ihn an und fragte, wie man das Ding wieder ausmacht. Lässig griff Hiebi mir über die Schulter und drehte den kleinen Zündschlüssel mit einem Ruck ins Off. Das Knattern war jetzt weg, allerdings musste ich immer noch husten und ging für fünf Minuten nach draußen. Hiebi amüsierte sich köstlich während er in der Garage wartete.

Nachdem ich mich wieder zu ihm gesellte versprach er mir, dass ich, sobald die Elektrik wieder stimmt, ruhig ein Ründchen damit drehen kann. Ich setzte mich zu ihm und fingerte zwei Becks aus der Sechserpackung. Mein Versuch, die eine Flasche mit Hilfe der anderen zu öffnen, schlug grandios fehl. Die Scherben ließen wir liegen. Hiebi reichte mir grinsend seinen Schlüsselbund, an dem ein mittelgroßer Flaschenöffner hing. Er streichelte kurz meinen Hinterkopf, dann stießen wir an.

In den folgenden drei Stunden hörte ich wundersame Geschichten über Hochzeiten, auf denen in Micky-Maus-Kostümen getanzt wird, ich hörte eine Geschichte von einem Porschefahrer, der sich keinen Ölwechsel leisten kann, außerdem von einem Porschebeifahrer, der sich seine Finger in Porschebeifahrertüren einklemmt, es gab etwas über ein koprophiles Haschisch-Desaster auf Jamaika zu hören und ich bekam einen seltenen Einblick in die Organisationsstruktur eines Karnevalvereins. Zwischendurch urinierte ich in totaler Dunkelheit vor die Garage. Zwei bis vier tradierte Weltbilder später machte ich mich auf den Heimweg.

Am nächsten Morgen schenkte mir Hiebi zwei gebrauchte Federbeine. Er ist halt einer von den Guten.

Four Tet – „Sing“ (Live)


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Im Dorf I

Ich fuhr am Ortseingangsschild vorbei in mein totgepflastertes Dorf. Rechts der Bahnhof mit den zugemauerten Fenstern und anschließend die alte Müllkippe, auf der wir früher immer Kühlschränke und halbvolle Benzinkanister einen 30-Meter-Abhang runter krachen ließen. Blitzblanke Häuser, der zur Hälfte versumpfte Sportplatz, die alten Rohrwerke, die Blocks, die Schule. Pünktlich 18.00 Uhr rollte ich auf den Parkplatz des zentral gelegenen Niedrig-Preis-Marktes und stellte den Motor ab. Ich wollte noch ein Getränk für mein abendliches Treffen mit Hiebi kaufen und betrat den Markt unter seltsam nostalgischen Gefühlen. An der Supermarktkasse hatte sich eine kleine Schlange gebildet und ich legte mein Sechserpack Becks Chilled Orange und eine 10er-Packung Kinder Pingui auf das Laufband. Plötzlich drehte sich eine vor mir in der Schlange stehende klobige Gestalt langsam um und grinste mich mit einer seltsamen Mischung aus Irrsinn und Bräsigkeit an:

Es war Schrödi.

Schrödi war im Kindergarten mein bester Freund. Wir spielten damals den ganzen Tag mit Spielzeugautos und waren große Fans der Serie „Auf Achse“. Ich grinste zurück und er gab mir seine fleischige Hand. Seine beträchtliche Körperfülle und sein kurzer unansehnlicher Goatie irritierten mich nur kurz. Wir plauderten ein wenig belanglosen Unsinn bevor er seine Flasche Jack Daniels bezahlen musste. Ein verhuschtes Mädchen in schwarzer Bomberjacke zählte aus einem Geldbündel 15 Euro ab und gab sie ihm. Anschließend bezahlte ich mein Zeug und lief ihnen hinterher.

Draußen sah ich, wie er und das Mädchen in einen VW-Bus der Feuerwehr stiegen. Dann rollte er langsam vom Parkplatz, machte Blaulicht an und gab Gas.

Es hatte mich aufrichtig gefreut ihn zu sehen.